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Einführung in die Modulanlage

2. Themenmodule
2.1 Bahnhof Meckenbeuren:
Wie auch in der großen realen Welt der Eisenbahn braucht es auch auf der Modellbahn – ob auf der Platte oder auf Modulen – einen Bahnhof. Dort halten Züge, Passagiere steigen aus und ein, Güterwagen werden abgekuppelt und rangiert und be- und entladen.

Für einen Bahnhof braucht es mehr Platz: für mehrere nebeneinander liegende Gleise, für das Empfangsgebäude und den Güterschuppen – ach ja die Holzhandlung brauchte auch noch einen Gleisanschluss und zum Abstellen von Wagen sollten auch Gleise eingeplant werden.

Das Normmaß unserer Streckenmodule beträgt 120 cm x 50 cm und ist für die geforderte Zahl von Gleisen zu schmal und zu kurz.  Der Vorbildbahnhof Meckenbeuren ist real ca. 2 km  lang. Umgerechnet auf den Modellmaßstab 1:87, der als H0-Massstab bezeichnet wird, wären das noch immer 23 Meter Platzbedarf. Wir haben die Längenausdehnung darum also erheblich stauchen müssen! Wir geben uns mit einer Gesamtlänge von 6 Meter zufrieden, verteilt auf 5 spezielle Bahnhofsmodule mit den Maßen 125 x 100 cm. Diese Module sind nicht mehr freizügig positionierbar und müssen immer in der vorgegebenen Abfolge hintereinander als Bahnhofsmodul Meckenbeuren aufgestellt werden.

Dieser Themenbereich wurde schon vor Jahren erstellt und gehört darum schon zu den älteren Bauabschnitten. Er wurde damals bei einem großen Anlagenwettbewerb mit dem 2. Preis ausgezeichnet. Besonders bewertet wurde dabei der vollständige maßstäbliche Selbstbau des Bahnhofsgebäudes, und aller wichtigen Nebengebäude, die alle im Handel als Bausatz nicht erhältlich sind.

Weitere Informationen zum Bahnhof Meckenbeuren finden Sie im rechten Navigationsbereich. 

 

2.2 An der schönen blauen Donau:
Auch für diesen größeren zusammengehörenden Themenbereich war die Erstellung sehr komplizierter Bauteile notwendig. Der Bereich Donautal besteht aus mehreren Modulen mit den Streckengleisen und  Segmenten mit der zugehörigen Landschaft. In der Modellbahn-Nomenklatur werden Module immer als Bauteile mit Gleisen bezeichnet, die genormt und untereinander austauschbar sind. Segmente sind notwendig, wenn eine große thematische Fläche (Industriekomplex, Güterbahnhof, ausgedehnte Landschaft) zum besseren Transport zerlegbar sein muss.

Genau wie die Module des Bahnhof Meckenbeuren kann der Themenbereich Donautal mit allen Segmenten in seiner Gesamtheit an beliebiger Stelle der Modulanlage eingefügt werden.

Auch mit diesem unter Fachleuten sehr gelobten Abbild unserer näheren schwäbischen Heimat waren wir unter vielen anderen Teilnehmern erfolgreich. Der Bauabschnitt „Donautal“ erhielt von den Lesern des „Eisenbahn Journals“ den 1.Preis im Anlagenwettbewerb 2010.

Auch hier finden Sie weitere Informationen im rechten Navigationsbereich.

 2.3 Parkplätze für Loks und Wagen
Auf der Modulanlage mit einer maximalen Längenausdehnung von ca. 35 Metern fahren  nun nach dem Hundeknochen-Prinzip mehrere Züge hintereinander. Sie bewegen sich auf der doppelgleisigen Strecke in einem großen nicht erkennbaren Kreisverkehr mit bis zu 70 Metern Fahrstrecke.

Wir als anspruchsvolle Betriebsbahner wollen aber eine Vielzahl von Zügen zeigen und bewegen. Irgendwo sollte es also einen „Parkplatz“ geben. Gleichzeitig sollte von dort ein anderer Zug auf die Strecke geschickt werden  können. Unter Modellbahnern wird der „Parkplatz“ für Züge als Abstellbahnhof bezeichnet. Er hat kein Vorbild in der Realität, oft wird er auch an nicht einsehbarer Stelle „versteckt“ und  heißt darum auch Schattenbahnhof. Unser Abstellbahnhof hat Platz für komplette Züge bis zu einer Länge von 300 cm. Auch dafür benötigen wir mehrere Anlagensegmente. 

2.4 Sicherheit im Block
Treffen verschiedene Verkehrsströme aufeinander, so müssen Vorkehrungen getroffen werden, dass keine Unfälle passieren. Beim Autoverkehr werden Ampeln aufgestellt und Kreisverkehre verteilen die Fahrzeuge in unterschiedliche Richtungen. Die Aufgabe der Ampeln übernehmen bei der Bahn und darum auch bei der genauen Nachbildung im Modell die Signale. Sie regeln die Ein- und Ausfahrt in den Bahnhöfen und steuern auch die Zugfolge auf freier Strecke. Ein rasant über das Gleis rauschender Schnellzug holt irgendwann den langsam vor ihm zuckelnden Güterzug ein und würde ihm „hinten drauf“ fahren. Sogenannte Blocksignale verhindern dies: Jeder Zug schaltet nach der Vorbeifahrt an einem Blocksignal dieses hinter sich auf Halt. So muss der hinterherfahrende schnellere Zug warten bis der nächste Streckenabschnitt frei wird. Erst wenn der vorausfahrende Zug diesen Abschnitt verlassen hat, stellt er selbst das Signal zur Einfahrt in den Block hinter sich wieder auf freie Fahrt. So werden bei der „großen Bahn“ und auch im Modell Auffahrunfälle durch die Blocksicherung verhindert.

2.5 Kreuzungsfreier Zugverkehr
Die Ein- und Ausfädelung von Zügen in eine zweigleisige Hauptstrecke ist eine besondere Herausforderung, denn der Zugverkehr soll möglichst nicht in seinem Fluss behindert werden und gleichzeitig müssen Zusammenstöße wie beim Original vermieden werden. Die Situation und auch das Bild, das wir von Luftaufnahmen kennen, ist ähnlich wie im Straßenverkehr an einem Autobahndreieck. Bei der Bahn nennt man diese Gleisverschlingung kreuzungsfreie "Gleisüberwerfung“ oder kreuzungsfreie "Ausfädelung".

Zur realistischen Nachbildung eines solchen Bauwerks gilt es bereits während der Planung viele Punkte zu beachten: Die Züge sollen in langen eleganten Kurven mit großen Radien die Strecke verlassen und sich ebenso einfädeln. Dabei ist auf geringe Steigungen und sanfte Gefälle zu achten, da ja die Gleise kreuzungsfrei in unterschiedlichen Ebenen übereinander hinweg geführt werden. Die hierfür notwendigen Höhenunterschiede sind entweder mit Böschungen –wir sagen Bahndämme – und bei zunehmender Höhe mit Stützmauern auszugleichen.

Besonders wichtig sind hierfür im Vorfeld genaue Pläne und Zeichnungen. Trotzdem führen dann in der Bauphase erst einige Stellproben und der Vergleich von unterschiedlichen Lösungsmöglichkeiten zum angestrebten optimalen Ergebnis. Der Platzbedarf  für ein solches kreuzungsfreies Überwerfungsbauwerk ist natürlich enorm und auf einer Heimanlage sicher kaum möglich. Unsere Club-Modulanlage wurde so um ein bahntypisches besonderes Schaustück reicher.

2.6. Schussenstrand und Energiegewinnung
Dieser Themenbereich bildet ein typisches Landschafts-Kleinod unsere näheren oberschwäbischen Heimat nach, nämlich den Verlauf der Schussen mit den parallel dazu geführten Gleisen der Südbahn im Streckenabschnitt zwischen Aulendorf und Mochenwangen.

Mit Schülern wurden die wichtigsten Gebäude des Kraftwerks Eisenfurt und die dortige Umgebung fotografiert und vermessen. So kann anschaulich gezeigt werden, dass hier bereits vor Jahrzehnten Wasserkraft eine wichtige Rolle spielte. Anschaulich wird mit dem genauen Nachbau von Stauwehren, Zuführungskanälen und dem angedeuteten Fallrohr zum Turbinenhaus das Prinzip dieser Technik verständlich gemacht.

Zu diesem geografischen Bereich gehört auch der genaue Nachbau der alten Beton-Bogenbrücke über die Bahngleise von Zollenreute nach Ruggetsweiler. Sie ist eine der ersten Bahnbrücken in der damals hochmodernen Spannbetonbauweise. Ein kleiner ländlicher Zeltplatz am Flussufer, Wiesen und Weiden  vervollständigen die Nachbildung der heimatlichen Kulturlandschaft.

 


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