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Meckenbeuren

1995 wurden 150 Jahre Eisenbahnen in Württemberg gefeiert. Aus diesem Grund veranstaltete die Messe Stuttgart Anfang November 1995 eine internationale Modelleisenbahn-Ausstellung. Teil dieser Ausstellung war ein großer Dioramenwettbewerb. Einzige Vorgabe des Veranstalters: es musste ein Motiv aus Württemberg sein.

Zu dieser Zeit befand sich die Modulanlage der Eisenbahnfreunde Ravensburg-Weingarten noch in den Kinderschuhen. Nur wenige Module existierten. Schwerpunkt der Arbeiten lagen im Bau eines riesigen Bahnhofes. Die Arbeiten an diesem Segment gingen nur sehr schleppend voran. Rückwirkend betrachtet war der Bau damals eine Nummer zu groß. Aus diesem Grund trugen sich die beiden Mitglieder Siegfried Maier und Werner Schmidberger schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken, einen überschaubareren Bahnhof zu erstellen. Die Ausschreibung zum Dioramenwettbewerb der Messe Stuttgart kam also gerade zum richtigen Zeitpunkt. Ein Motiv war auch schnell gefunden: der Bahnhof Meckenbeuren, auch Nichtschwaben bestens bekannt durch das Lied der "Schwäbsche Eiseba". Von der Größe her sprengte dieser Bahnhof auch nicht den Rahmen.

Zunächst gingen die Modellbauer zum Bahnhof Friedrichshafen, um sich vom dortigen Bahnhofsvorstand Originalpläne des Meckenbeurer Bahnhofes zu besorgen. Danach wurden in Meckenbeuren die Vorbilgegebenheiten ermittelt. Das dortige Bahnhofspersonal war überaus hilfreich und unterstützte die beiden Hobby-Eisenbahner mit Rat und Tat. Mit Fotoapparat, Skizzenblock und Meterstab bewaffnet ging es aufs Bahnhofsgelände. Ziel war die Gesamtstimmung des Bahnhofes so gut es ging nachzubilden, bzw. aufzufangen. Schnell wurde klar, dass es ohne Kürzungen gegenüber dem Original nicht ging. Die 1,1 km lange Strecke im Maßstab 1:87 abzubilden hätte zu ca. 12 m Gleislänge im Modell geführt.

Mit der sehr engen Zeitvorgabe von 3 Monaten begann die Arbeit. Um die Bahnhofsmodule in das Raster der Modulanlage integrieren zu können, wurde der Bahnhof in 5 Segmente á 1,25m Länge unterteilt. Für den Wettbewerb war die Fertigstellung von drei Segmenten (Richtung Friedrichshafen) vorgesehen. Die Veranstalter hatten eine Maximallänge von 4m vorgegeben.

Modulkästen wurden erstellt, in Form geschnitten, mit Korkbettungen versehen und Gleisen belegt. Die elektrische Versorgung richtete sich natürlich nach den Vorgaben unserer Modulanlage.

Meisterstücke des Bahnhofes Meckenbeuren im Modell aber sind die Gebäudemodelle. Kein Hersteller der Welt bietet die Gebäude des Bahnhofes Meckenbeuren im Maßstab 1:87 an. Also half nur Selbstbau. Die Gebäude wurden im Original, so gut es ging, vermessen, mit angelegtem Meterstab abfotografiert und in Pläne übertragen. Aus Sperrholz wurden die einzelnen Modelle dann in akribischer Kleinarbeit und viel Liebe zum Detail erstellt. Hier einige Beispiele aus der Bauphase:

Nach ca. 500 zum Teil schweißtreibenden Arbeitsstunden war es dann endlich soweit: die drei fertiggestellten Segmente wurden nach Stuttgart transportiert und dort aufgebaut. Bei der Preisverleihung war die Überaschung groß, als "unser Bahnhof Meckenbeuren" dann gleich zwei Preise ergatterte:

  • den dritten Preis in der Gesamtwertung
  • sowie den zweiten Preis in der Altersklasse

 

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